Donnerstag, 10. Dezember 2009

Gedanken zum Thema Abnehmen


Bald ist es wieder soweit, nach den Weihnachtsfeiertagen, an denen wir uns mal wieder so richtig den Bauch vollschlagen, und Silvester der Höhepunkt des Jahres was die Festlichkeiten an geht, kommt der 1. Januar mit all seinen guten Vorsätzen. Der wohl meist gefasste Vorsatz ist das Abnehmen.

Der gute Vorsatz zum Jahreswechsel

Die meisten übergewichtigen Menschen haben irgendwann einmal den Vorsatz gefasst, ab 1. Januar eine Diät durchzuführen. Diäten gibt es bekanntlich viele und für jeden ist etwas dabei. Wer nur ein paar Pfund abnehmen möchte ist z. B. mit der Kohlsuppendiät gut bedient. Doch meist sind es nicht ein paar Pfund die runter sollen, sondern ein paar Kilo, oder sogar mehr als 20 Kilo. Da ist gut überlegt, wie man das Projekt abnehmen am besten durchführt. Neben der Auswahl der richtigen Diät sollte auf jeden Fall auch Sport eingeplant werden. Das Wort Sport hören viele Übergewichtige nicht so gerne, meist sind die Erfahrungen im Sportbereich nicht so gut und mit vielen Kilos Übergewicht ist Sport auch viel schwieriger durchzuführen als mit einem Normalgewicht. Doch man kann auf jeden Fall Sport treiben, man darf es nicht übertreiben und sollte einen gelenkschonenden Sport wie walken wählen. Wer nicht so gut zu Fuß ist kann schwimmen gehen. Wer sich im Badeanzug nicht so gerne präsentiert sollte über einen Heimtrainer, Fahrrad oder Crosstrainer nachdenken. Die Geräte tragen während der sportlichen Aktivität das Gewicht.

Welche Diät passt zu mir?

Ganz wichtig ist bei der Diät die Ernährung. Man sollte auf jeden Fall eine Diät wählen, die zur eigenen bevorzugten Ernährung passt und Lieblingsspeisen in Maßen zulässt. Wer zum Beispiel leidenschaftlich gerne Nudeln isst, sollte auf eine Low Carb Diät eher verzichten. Eine gesunde Mischkost als Grundlage der Diät wie bei der Brigitte Diät oder Diäten der Krankenkassen bieten diese Ernährung.

Freitag, 4. Dezember 2009

Rüdiger außer Rand und Band


Mit Weihnachtsfeiern ist das ja immer so eine Sache. Sie können durchaus Spaß bringen und sind definitiv sehr gut dazu geeignet, den Zusammenhalt unter den Kollegen eines Betriebs zu stärken. Können – müssen aber nicht…

Problematisch für Weihnachtsfeiern kann sein, wenn einer dieser Kollegen Rüdiger Kloppke heißt. Rüdiger ist 45 Jahre alt, hat eine Vorliebe für Micky-Maus-Schlipse und arbeitet – genau wie ich – in einer Webdesign-Agentur in Hamburg. Eigentlich ist er ein netter Kerl, zumindest auf der Arbeit. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit gewinne ich jedoch einen Einblick in das Privatleben des Rüdiger K., und dies ist eine Erfahrung, die man lieber vermeiden möchte. Pünktlich zur Bekanntgabe des Termins unserer Weihnachtsfeier steigert Rüdiger sich jedes Mal in etwas hinein, das er "Partylaune" nennt.

Rüdiger das Feierschwein

Das äußert sich dann so, dass er mehrmals am Tag plötzlich vor meinem Schreibtisch steht und sonderbare Dinge zu mir sagt. Zu den Highlights gehörten dieses Jahr die Sätze "Komm Frederik, bei der Weihnachtsfeier zeigen wir den anderen mal, was für Feierschweine wir sind!" und "Bei der Weihnachtsfeier beginnt der Ernst der Leber!". Erinnerungen wurden wach an die Feier letztes Jahr. Damals grub Rüdiger den ganzen Abend eine 17-jährige Mitarbeiterin des Cateringunternehmens an – überraschenderweise ohne Erfolg! Dieses Mal hatte Rüdiger jedoch eine Überraschung ganz anderer Art auf Lager. Ich stand vor Rüdigers Wohnung – mir wurde die verantwortungsvolle Aufgabe zuteil, ihn mit meinem Auto abzuholen und später dann nach der Feier heil nach Hause zu bringen – und als er mir die Tür öffnete, traute ich meinen Augen nicht. Unter seinen Augen war Lidschatten, schwarz wie die Nacht. Sein Gesicht hatte er anscheinend gepudert, er wirkte noch bleicher als sonst. Am auffälligsten war jedoch sein Mund, den er mit dunkelrotem Lippenstift verunstaltet hatte.

Vampir-Rüdiger?

Erst dachte ich an einen Witz und rechnete damit, dass die anderen Kollegen gleich hinter Rüdiger hervorspringen und sich über meinen Gesichtsausdruck beömmeln würden. Doch nichts dergleichen geschah – Rüdiger sah mich mit begeisterten, schwarzumrandeten Augen an und sagte: "Sieht schick aus, nä? Aber komm doch erstmal rein, ich muss mir noch die Fingernägel lackieren." Wie in Trance folgte ich ihm durch den Flur seiner Wohnung, vorbei an seiner Sammlung von Wiking-Modellautos im Maßstab 1:87 und einem Plakat von der "Abenteuerland"-Tournee der Gruppe Pur. Im Wohnzimmer setzte Rüdiger sich aufs Sofa. Auf dem Kacheltisch vor ihm stand eine Flasche schwarzer Nagellack und eine Reihe weiterer Kosmetikutensilien. "Weißt du, Frederik, ich hab mir gedacht: Wenn wir schon mal Weihnachtsfeier haben, dann muss ich mich auch richtig rausputzen. Und sich zu schminken, so als Mann, das ist doch jetzt hip. Vor allem mit Naturkosmetik - das ist in, da stehen die ganzen Stars drauf!" Bei dem letzten Wort deutete er mit seinen Fingern Tüddelchen an. "Die schminken sich doch jetzt alle – der Beckham, der Becker... Willst du auch?" fragte Rüdiger und bot mir an, mir die Nägel zu lackieren. Ich lehnte dankend ab. Dabei habe ich gar nichts gegen Männer, die sich schminken. Bei manchen sieht es sogar richtig gut aus. Ich bin der Meinung, dass wir Männer das Schminken nicht allein den Frauen überlassen sollten. Wir leben schließlich im 21. Jahrhundert, und es wäre doch traurig, wenn wir uns von unseren Geschlechtsteilen vorschreiben lassen würden, was wir zu tun oder zu lassen haben. Das Problem bei Rüdiger war einfach: Es sah nicht gut aus. Es sah sogar, um ehrlich zu sein, ganz schrecklich aus. Wie Marylin Manson, wenn er 60 Stunden lang nicht geschlafen hat. Doch was sollte ich in dieser Situation machen?

Schön wie Beckham

Sollte ich Rüdiger in diesem Aufzug gehen lassen und somit dem Gespött der Kollegen ausliefern? Oder sollte ich ihm ins Gesicht sagen, dass diese ganze Idee mit dem Schminken noch bescheuerter war, als diese Sache bei der Weihnachtsfeier vor zwei Jahren, als er verzweifelt versuchte, eine Polonaise zu starten, aber keiner mitmachen wollte? "Rüdiger, du bist nicht up to date", sagte ich schließlich. "Hast du nicht die neue GQ gelesen? Beckham und Becker setzen jetzt auf Understatement und schminken sich nur noch ganz dezent." - "Im Ernst?" Sein Interesse war anscheinend geweckt. Ich griff zu den Abschminktüchern und sagte: "Pass auf - lass uns mal den ganzen Müll aus deinem Gesicht entfernen und dann fangen wir noch mal von vorne an". Nach fünf Minuten sah Rüdiger wieder aus wie aus dem Ei gepellt. Diesmal übernahm ich das Schminken, jedoch wesentlich zurückhaltender. Um meiner Geschichte von Becker und Beckham Nachdruck zu verleihen, habe ich mich dann schließlich auch geschminkt. Und was soll ich sagen – wir beide sahen richtig gut aus.

Ende gut - alles gut...

Später auf der Feier, ungefähr nach dem fünften Bier, fiel mir dann auf, dass Rüdiger auffällig viel mit unserer Sekretärin Margrit redete. Ich beobachtete den guten alten Rüdiger, wie er aufblühte. Offenbar erzählte er ihr gerade von seiner Schmink-Aktion. Rüdiger gestikulierte wild, spitzte die Lippen, malte sie sich mit einem imaginären Lippenstift an und fing laut an zu lachen. Margrit amüsierte sich sehr über Rüdigers Geschichte. Ich war ein bisschen stolz auf mein Werk.'

Mittwoch, 18. November 2009

Welttoilettentag am 19.11: Hygienische Gedanken zum Allerwertesten


Mia Martensen hat ein Problem: Ihr Verhältnis zum Thema körpereigene Exkremente ist mehr als gestört - nicht nur am Welttoilettentag. Deshalb betreibt sie ganz besondere Hygiene. Dann und wann führt dies zu merkwürdigen Gesprächen.

Kürzlich war ich mit meiner Freundin Josefine in der Stadt unterwegs, bekam in der Garderobe von H&M plötzlich wahnsinniges Bauchgrummeln und musste deshalb unsere Shoppingtour abrupt unterbrechen. Ich gehe nämlich auf keine öffentliche Toilette – zumindest nicht, um meinen Darm zu entleeren. Josefine sagt dazu übrigens: "Abführen". Zwar widmet sich der Welttoilettentag weniger den intimen Gepflogenheiten - aber die gehören eben auch zum Geschäft:

Ein gebleichter Hintern macht's auch nicht leichter!


Und so waren wir nicht nur schneller als gedacht zurück in meiner Wohnung sondern auch bei einem von Josefines Lieblings-Themen angelangt. Sie, der seit der Geburt ihrer beiden Kinder eine klitzekleine Hämorrhoide am After baumelt, spricht nur allzu gerne über Popohygiene und verwandte Themen. Am allerliebsten mit mir, habe ich das Gefühl. Diesmal berichtete meine Freundin mir durch die geschlossene Badtür über die Praxis des "Anal Bleachings". Nun, vom Zähnebleichen hatte ich schon viel gehört. Von gebleichten Schließmuskelregionenen weniger. Josefine kam in Fahrt: "Das ist ein Trend aus den USA" – war ja klar – "und der wird nicht nur von Darstellern der Pornofilmszene getragen, sondern mittlerweile auch hierzulande von vielen vornehmlich hellhäutigen Menschen wie du und ich", sagte meine Freundin, während ich hinter der Tür schmerzerfüllt mein Gesicht verzog und peinlichst darauf bedacht war, meinen inneren Überdruck möglichst geräuscharm loszuwerden.

Also offen gesagt, die Farbe meines Anus "geht mir am Arsch vorbei". Auch in meinem Liebesleben, das nun wirklich nicht im Zappendustern stattfindet, spielte die Hautfarbe meiner Afteröffnung noch keine Rolle. Ebenso wenig die meiner Bettgesellen. "Josefine! – Kannst Du uns bitte einen Tee machen", versuchte ich meine beste Freundin höflich von der Badtür weg in die Küche zu bewegen. Doch auch von dort konnte ich Josefines Redeschwall deutlich empfangen. Da der Schall sicher nicht einseitig weiter getragen wird, verkrampfte ich immer mehr bei dem Versuch, meinen Durchfall leise abzuführen. Die Folge eines Traumas, die mich seit meiner nachpubertären Zeit im Internat – dort hatten wir drei Toilettenkabinen nebeneinander - begleitet …

Na, dufte!

Endlich befreit von meinem Druck unternahm ich verschiedene Maßnahmen, um den den Stuhlgang begleitenden Gestank zu entsorgen. Ich entfachte per Fingerdruck eine frische Brise im Bad und öffnete das Fenster. Hoffentlich musste Josefine nicht gleich aufs Klo. Kaum zu Ende gedacht, rief sie schon: "Mia, ich muss auch mal …!" Schei… Äußerlich gefasst ließ ich sie im Türbogen an mir vorbei. Innerlich zerfleischte ich mich aus Scham über mein großes Geschäft und die immer noch im Bad davon zeugenden Geruchsspuren – die mir so sehr peinlich sind. Überhaupt alles, was mein Körper ausscheidet – ist mir unangenehm: Ich ekle mich vor Schnodder und Schweiß genauso wie vor Exkrementen.

Andere Länder - andere Sitten!

Josefine öffnete gelassen und scheinbar unbeeindruckt den Klodeckel und rief mir hinterher: "… Mia, sag’ mal, warum ist eigentlich deine Klobrille immer nass, wenn du drauf warst?" – Verflucht! Ich hatte wieder vergessen, das Duschwasser wegzuwischen. Ich klärte Josefine auf. Darüber, dass ich seit einer längst vergangenen Beziehung zu einem Araber immer erst Papier und anschließend Wasser zur Reinigung meines Hinterns einsetze und damit seit Jahren erfolgreich Arschhygiene der allerfeinsten Art betreibe. Selbstredend reinige ich mich so auch nach jedem Pipimachen. "Oder glaubst du, dass dein Po allein mit Papier sauber wird?", fragte ich meine Freundin. "Gerade du solltest auf Wasser umsteigen – das erleichtert auch den Umgang mit deiner Hämorrhoide. Wasser reinigt besser als jedes Papier und du reizt das Ding nicht so …" Josefine schaute mich verdattert an. "Pickel am Hintern habe ich kaum", fügte ich hinzu. Und: "In vielen Ländern gibt es gar kein Papier zum Putzen, zum Beispiel in muslimischen Staaten … aber auch die Finnen benutzen gerne den Wasserschlauch nach dem Toilettengang."

Josefine war inzwischen fündig geworden und zückte aus ihrer mitgeführten Handtasche ein Paket feuchtes Toilettenpapier. "Damit putze ich zum Schluss…", triumphierte sie. Ich musste ihr dann meine Technik mit der Dusche demonstrieren. Jetzt war Josefine sichtlich beeindruckt. "Und was machst Du unterwegs?" - war ihre nächste Frage. "Ich vermeide den Stuhlgang möglichst außerhalb meiner vier Klowände", antwortete ich. "Das ist reine Übungssache, ich mache das, seit ich 12 bin …", sagte ich, als sie mich lachend unterbrach: "Eine Übung, die wie heute leicht auch mal in die Hose gehen könnte!" "Außerdem", so führte ich fort, "habe ich immer eine leere Flasche dabei, die ich mit Wasser fülle, bevor ich mich im äußersten Notfall auf einem fremden Klosett niederlasse".

Wir bedauerten schließlich beide, kein Bidet zu haben. Wobei ich aus eigener Anschauung in orientalischen Ländern wusste, dass viele Menschen dieses dort eher zum Waschen der Füße anstelle ihres Allerwertesten benutzen.

"Falter, Knüller, Wickler oder Abreißer?"

Josefine fragte mich als Nächstes, ob ich ein Falter, Knüller, Wickler oder Abreißer wäre. Häh? Jetzt war es an mir, verdutzt dreinzuschauen. Ach so, sie meinte meinen Umgang mit dem Klopapier. Nun, ich zähle zu den Faltern und gehöre damit zu den 80 Prozent der Deutschen, die mir dies laut Josefine gleich tun. Das heißt, wir reißen mehrere zusammenhängende Blätter ab und falten diese sorgfältig übereinander – zumeist an der dafür vorgesehen Falz – sodass ein Bündel entsteht. Deshalb legen wir Deutschen auch Wert auf festes, mehrlagiges, dickes Toilettenpapier, das aufgrund seiner Struktur beim Wischen viel Dreck wegnimmt, erzählte meine Freundin.

Die Hälfte der US-Amerikaner gehört laut Josefine dagegen zu den Knüllern: Sie formen aus ihrem relativ dünnen und schwach strukturierten Papier Kugeln und wischen sich damit sauber. Wie das gehen soll, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Aber in Amerika ist eh alles anders. Mein Finger piekte dort immer viel zu schnell durch das dünne Papier. Was das heißt, weiß jeder. Darüberhinaus schüttelt es mich noch heute, wenn ich an das viele stehende Wasser - man beachte, dass es sich dort wie hierzulande um Trinkwasser handelt - in Chicagos Klobecken denke. Nicht nur, weil man da mit dem Hintern eintaucht – oder passiert so was immer nur mir? – sondern auch wegen des jämmerlichen Anblicks, den mir mein darauf schwimmender Stuhl bei jedem Toilettengang bot.

Spülen ist nicht gleich spülen!

Da lobe ich mir doch meinen heimischen Tiefspüler. Aus dem Hintern – aus dem Sinn, äh, im Siphon. Obwohl mancher ja einen Flachspüler vorzieht, weil da seltener Schmutzwasser gegen den Hintern spritzt, wenn der Stuhl hineinplumpst – eine Ursache für Pickel und ähnliche kosmetische Probleme. Die ich nicht habe, da ich ja eh mit Wasser nachputze.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, Abreißer sind eine Spezies der Falter, die Blatt für Blatt abreißen und aufeinander legen zum Wischen – sie sind – so behauptet Josefine zumindest - eher selten. Häufiger soll man dagegen auf Wickler treffen: Sie wickeln sich das Papier um die Hand und wischen dann damit ab. Neugierig frage ich all die, die das so machen: Wie bekommt Ihr das "beschissene" Papier wieder von der Hand runter?

Josefine forderte mich auf, zu schätzen, wie viele Klopapiersorten es hierzulande gibt. 20, 30, 40? Falsch, mehr als 85 wusste sie. 2004 sollen damit rund 780 Millionen Euro (ohne Aldi) umgesetzt worden sein. Ich konnte in Sachen Klopapier auch eine Zahl beitragen: 8,8 Blatt benötigt jeder Mitarbeiter der Bundeswehr täglich davon, wusste ich aus der Presse.

Zum Schluss noch eine gute Nachricht für alle Papierwischer in Großstädten: Derzeit entstehen Klopapier-Notdienste, die Notdürftigen Papier ins Haus liefern, zum Beispiel wenn man eine Party geplant hat und die letzte Rolle fast alle ist. Wie gut, dass ich zur Not ganz ohne Papier auskommen kann. Aber Toilettenpapier soll ja längst auch probates Abwischmittel für empfindliche Schnupfnasen geworden sein.

Bis bald, Eure Mia.

PS: Mama rief gerade an, um mir zu erzählen, dass sie in einer ihrer Zeitschriften, ich glaub' sie sagte "Das Neue", gelesen hätte, dass sich eine ganze Reihe Leute aus der Model- und Showbiz-Branche - darunter die US-Schauspielerin Sandra Bullock - Hämorrhoiden-Salbe ins Gesicht schmieren - wegen der Wirkung gegen Tränensäcke. Ich habe gleich mal einen Blick ins Internet geworfen: Anja Kruse, deutsche Schauspielerin, soll sich demnach in der BILD auch schon dazu bekannt haben. Wegen der blutgefäßverengenden Wirkung der Inhaltsstoffe soll der Geheimtipp auch funktionieren. Ich sage nur: Wenn Sie schon so etwas tun, achten Sie bitte auf die Zutaten der Salbe! Kortison macht die Haut dünn! Dann sieht man Äderchen beispielsweise stärker!

Freitag, 18. September 2009

Weil ich ein Mädchen bin!


Der gestrige Tag brachte mir eine neue Erkenntnis bezüglich dessen, was es heißt, Frau zu sein. Doch ich erzähle am besten der Reihe nach, wie es dazu kam. Ich ging nach der Arbeit noch schnell zu meinem Budni. Für alle Unwissenden: "Budni" nennen wir Hamburger unsere blaue Drogeriekette Iwan Budnikowsky. Ich brauchte neue Rasierklingen. Ich gehöre nämlich zu den Frauen, die sich mit der klassischen Nassrasur von ungeliebten Härchen an Achseln, Armen, Beinen und Bikinizone trennen. Josefine, meine beste Freundin, hatte mich aus meinem Homeoffice abgeholt und begleitete mich. Wir wollten uns anschließend einen netten Mädchenabend bei ihr machen. Jo rasiert sich nicht, oder besser: nicht mehr. Sie geht neuerdings in ein Hamam (Orientalisches Bad) und lässt sich dort alle vier Wochen die Haare mit einer Zuckerpaste entfernen. Allein die Vorstellung davon tut mir weh. Nein, das ist nichts für mich.

Zielstrebig ging ich zu dem Budni-Regal mit den Rasurzutaten und griff nach dem 3er-Pack meiner Klingenmarke (Wilkinson Quattro). Der Preis: 7,49 Euro (Das macht pro Klinge 2,49 Euro.). Jo sah mich erstaunt an und stellte mir die Frage des Tages: "Warum nimmst du keinen Rasierer für Männer?"

Ich kenne Jo ziemlich gut. Ihre Frage kam nicht von ungefähr. Also klappte ich meinen Mund, den ich für die schnippische Antwort ‚Weil ich ein Mädchen bin!’ bereits geöffnet hatte, schnell wieder zu. Jo bemerkte mein Zaudern trotzdem und freute sich offensichtlich, mich gleich in ein kosmetisches Geheimnis einweihen zu können. Ich schaute meine Freundin wissbegierig an. Und sie legte wie erwartet los: "Hier sieh mal! Rasierapparate für Männer sind meist nicht nur billiger als die für Frauen - egal ob Einweg- oder Mehrwegteile - auch die zugehörigen Klingen kosten oft weniger! Und bitte, komm mir jetzt nicht mit dem feinen Unterschied… Wenn ein Mann sein Gesicht damit rasiert, wirst du deine Beine damit doch wohl glatt bekommen, oder?" Beifallheischend wartete Jo auf meine Reaktion.

Und wie ich reagierte! Ungläubig schaute ich zuerst meine praktische Freundin Josefine an, dann das Angebot für Herren: Und siehe da - es gibt dort eine viel größere Auswahl an Apparaten und Klingen. Klar, die Gesichtsrasur ist eines der wichtigsten Pflegerituale fürs andere Geschlecht. Das hatte ich nicht anders erwartet. Acht Klingen "Wilkinson Quattro" kosten den Herren 16,99 Euro (Das macht pro Klinge 2,12 Euro.). Mann zahlt pro Klinge also 37 Cent weniger als ich! Die Hersteller stimmen bei Mann und Frau großenteils überein. Ein Punkt, der das Ganze nur noch schlimmer macht, wie ich finde.

Doch Jo war noch nicht fertig: "Welchen Rasierschaum benutzt du denn?" Mein Arm zuckte kurz in Richtung der Damenschäume "Dachte ich mir", kommentierte Jo meine halbherzige Bewegung, "du markengeile Ignorantin!" Also das saß. Zugegeben, ich liebe Markenprodukte, insbesondere bei Naturkosmetik, ich halte stets Ausschau nach angesagten Labels – aber das ist doch auch mein Job! Schließlich bin ich Beautyredakteurin! Da muss ich stets en vogue sein.

Doch Josefine kannte gestern keine Gnade. Sie führte mich von den Rasierschäumen fort. Allerdings nicht, ohne mir noch die für Herren zu zeigen und zu bemerken, dass manche Hersteller auch da einen geschlechterspezifischen Unterschied machen: "Die Herrenprodukte sind zwar mit demselben Preis wie das entsprechende Damenprodukt ausgezeichnet, aber die Inhalte unterscheiden sich! Guck mal!" Und ich guckte! Mit schnellem Blick – jetzt wusste ich ja, worauf es ankam - erhaschte ich Unterschiede wie Balea Rasiergel sensitiv für ihn: 200 Milliliter; für sie: 150 Milliliter, je 1,49 Euro.

Mein kleinlautes "Aber…" walzte Josefine mit dem Satz "Der Duft der Männerprodukte sei auch nicht zu verachten." nieder. Sie zog mich zur Abteilung "Körperpflege" und wies triumphierend auf die meterlangen Regale mit den Duschgelen. Josefine hatte Recht. Auch dort zeigte sich ein Unterschied (Balea Bath Mohnblüte, Wasserlilie und andere: 0,89 Euro, Balea Bath Kanada, Alaska: 0,69 Euro).

Nachdenklich wanderte ich von Regal zu Regal, packte eins, zwei, drei Tafeln Lindt-Weihnachtsschokolade in meinen Korb ein – und mein Klingenpäckchen wieder aus. Stattdessen kaufte ich mir einen Rasierer aus männlich schimmerndem Blaustahl und auch die passenden Klingen. Meinen rosaweißen Ladyrasierer warf ich – obwohl sehr spät in der Nacht erst zuhause angekommen - in den Müll. Zugegeben, nicht ohne vorher zu testen, ob die Herrenklingen passen. In meinem Fall passten sie nicht. Das wäre denn doch zuviel gewesen.

Bei Schokolade und Kerzenschein diskutierten Josefine und ich das Thema noch bis in den späten Abend. Fakt ist laut Statistischem Bundesamt, dass alleinlebende Frauen wie ich sehr viel mehr Geld für Shampoo & Co. ausgeben als männliche Singles. Allerdings bleibt unklar, wie viele Produkte sie und er dafür jeweils erstehen.

Irgendwann haben wir uns anderen Themen zugewandt. Ich fasste den Vorsatz, künftig öfter mal an Duschgelen für Männer zu schnuppern und bei Gefallen das teurere für Damen stehen zu lassen. Diese Freiheit nehme ich mir – weil ich ein Mädchen bin!

Bis bald, Eure Mia.

PS: Woher Josefine von den geschlechterspezifischen Preisunterschieden weiß? Sie ist verheiratet!

DMAX – ich liebe dich!


In meiner Kindheit und Jugend habe ich sehr viel ferngesehen. Ich wuchs in dem festen Glauben auf, dass bei Kreuzfahrten immer etwas total Lustiges passiert (wegen "Love Boat"), dass in Palermo schwarze Küken mit Eierschale auf dem Kopf herumlaufen (wegen "Calimero") und dass merkwürdige Männer mit komischen Hüten, die sich auf der Straße an Kinder ranmachen, absolut vertrauenswürdig sind (wegen "Pan Tau"). Seit ich erwachsen bin hat mein Fernsehkonsum rapide abgenommen, und heute locken mich eigentlich nur noch Jack Bauer und die Bundesliga vor die Kiste. Vor kurzem geschah jedoch etwas, das mir den Glauben an das Medium Fernsehen zurückgab.

Als ich mich Mitte September mit Grippe und quälenden Halsschmerzen im Bett wiederfand, wurde mir schmerzlich vor Augen geführt, wie schlecht das Fernsehprogramm hierzulande doch ist. Auf allen Kanälen das Gleiche: Kochsendungen mit austauschbaren, pseudocoolen Jamie-Oliver-Epigonen, Gerichtsshows mit Laiendarstellern, die kein Schülertheater auf die Bühne lassen würde und Call-in-Sendungen - dieser traurige Gipfel der Zuschauerausbeutung. Als ich gerade kurz davor war, die Fernbedienung an die Wand zu schmeißen, erblickte ich beim Zappen etwas, das mich innehalten ließ: einen Bagger. Und zwar war das nicht nur ein handelsüblicher Bagger mit normalen Proportionen, sondern ein gigantisches, vielleicht zehn Meter hohes Gerät – quasi die Mutter aller Bagger! Der von mir sehr geschätzte Schauspieler Jürgen Vogel trat ins Bild und erzählte etwas über dieses Prachtstück bundesdeutscher Maschinenbaukunst. Per eilig aktiviertem Videotext erfuhr ich den Namen der Sendung: "Fat Machines". Ich war mir vorher gar nicht darüber bewusst, dass meine Faszination für Bagger seit meiner Sandkastenzeit immer noch ungebrochen war. Die folgenden 20 Minuten vergingen wie im Flug, und die Halsschmerzen waren vergessen. Ich schwor dem Sender, der mir in dieser schweren Stunde das Leben erleichterte, die Treue – so wurde ich zum Jünger von DMAX.

Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit ich DMAX einschalte – es läuft immer etwas, das mich interessiert. Denn mal ganz im Ernst: Gibt es für Männer etwas Besseres als ein Programm, das sich ausschließlich um Themen wie Motorräder, Kopfgeldjäger, Frauen aufreißen und Tätowieren dreht? Man könnte argumentieren, dass der selbst ernannte Männersender DMAX mit seinem intellektuell nicht gerade anspruchsvollen Programm ein ganz schlechtes Bild auf die Männer sowie deren Bedürfnisse und Vorlieben wirft. Doch wer sich über so etwas aufregt, hat wohl noch nie "Die Ludolfs" gesehen – eine Sendung, in der die Essenz des Senders enthalten ist wie in keiner anderen. "Die Ludolfs" erzählt von den titelgebenden Brüdern, die gemeinsam einen Schrottplatz betreiben. Dies ist DMAX auf seinem Höhepunkt: Beim Ansehen wird man wieder zum kleinen Jungen und verfolgt staunend das Treiben dieser seltsamen Kerle, die die ganze Zeit nichts anderes tun, als über ihren Schrottplatz zu krauchen. Romantik pur!

Heute Nacht wachte ich schweißgebadet auf. Ich hatte von TM3 geträumt, jenem Frauen-Fernsehsender der 90er, der mit Mode- und Schminkshows aufwartete. Das Konzept war damals nicht aufgegangen, TM3 zeigte eine Saison lang die Champions League und wurde schließlich in 9Live umbenannt – der Rest ist Geschichte. Was ist, wenn DMAX irgendwann das gleiche Schicksal ereilt und ich eines Tages auf dem Programmplatz des Senders statt Tätowierern und Auto-Tunern plötzlich Jürgen von "Big Brother" sehe, der auf der Suche nach einem Tier mit "S" ist? Ein Gedanke, den ich am Besten schnell wieder verdränge. DMAX – ich liebe dich!