Dienstag, 19. Januar 2010

Ich bin schön!


Wer hätte das gedacht? Nach nur einer Stunde Arbeit sieht Mia schön aus. Schlicht und einfach schön. Keine müden Augen mehr, keine graue Haut, kein blasser Mund. Ein Wunder ist geschehen.

Wer ist die Schönheit? Wie ich mein Gesicht vor dem Spiegel auch drehe und wende – es sieht einfach schön aus. Die Augen blitzen, die Haut strahlt ebenmäßig, der Mund lächelt frech. Drei Dinge, die ich müde, fleckig und blass in Erinnerung habe. Aber das war heute Morgen - bevor eine Visagistin und eine Kosmetikerin mein Gesicht bearbeiteten: Ja, ich war heute in einem Kosmetikinstitut. Ich wollte einfach mal Fachleute an mein Gesicht lassen. Könnte ich jetzt behaupten. Der wirkliche Grund: Mein verletztes Ego. Es gab bedenkliche Anzeichen, dass ich nicht das richtige Händchen für mein Styling habe: Nicht nur Mama meinte, ich sehe in letzter Zeit immer so müde aus – auch Josefine, meine beste Freundin, bemerkte das kürzlich. Klar, ich arbeite fast ohne Pause. Aber das tun wir doch alle…


Pflegen alleine reicht nicht für die Schönheit
Offensichtlich reicht die aufwendige Gesichtsreinigung und –pflege, die ich allmorgendlich und allabendlich betreibe, nicht: Ich schäume immer ein Mousse auf, massiere es mit einer Gesichtsbürste ein und wasche es ab. Es folgen ein Tonic und eine Creme, alle drei Tage benutze ich ein Serum und regelmäßig eine Feuchtigkeitsmaske – alle Produkte aus der Serie Chanel Précision. Zugegeben, ich habe mir anschließend immer nur eine getönte Tagescreme von Shiseido ins Gesicht geschmiert und die Wimpern getuscht. Das wars auch schon. Eine Stunde Behandlung inklusive Beratung bei den Experten heute hat mich 60 Euro gekostet. Eine Investition, die sich lohnt – wie mein Spiegelbild mir sagt: Ich bin schön!

Da ist so manch eine schonungslos
Dabei war ich zu Beginn der Beratung ziemlich am Boden, schließlich hatten die Expertinnen fast meine gesamte Schminke kurzerhand für nicht typgerecht erklärt. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Da urteile ich als studierte Beautyredakteurin tagtäglich über das Aussehen anderer, beschreibe es mit sicherem Auge und treffendem Wort, und bin nicht in der Lage. mir selbst gerecht zu werden? Ich hatte heute echt zu schlucken. Aber dann begannen die Fachfrauen damit, mich wieder aufzubauen – im wahrsten Sinne des Wortes. Sowohl seelisch als auch kosmetisch – mein Typ wurde klar herausgearbeitet. An meiner Pflege sollte ich nichts ändern, die ist optimal. Meine Haut sei sicher auch deshalb knackig und prall – von Falten kaum eine Spur (Also ist doch nicht alles nur familiär bedingt, Mama!) Aber ein passendes Make-up sei nötig, um die vielen Hautunregelmäßigkeiten zu verdecken. Idealerweise sollte es flüssig und mattierend sein, so würde ich zum einen nicht so glänzen wie eine Speckschwarte und meine vielen kleinen Härchen im Gesicht würden auch nicht mehr so auffallen, versprachen die Expertinnen. Freundlicherweise redeten sie nicht von meinen Pickeln. Die brachte ich selbst zur Sprache. Und als damit geklärt war, dass ich die Wahrheit vertragen kann, ging es zur Sache: Meine Haut sei zwar gut durchblutet, neige deshalb aber zu Rötungen. Dagegen hilft ein Abdeckstift, auch Concealer genannt, der außerdem die Schatten unter den Augen und Pickel zu verdecken vermag, insbesondere wenn er grüne Farbpigmente (Komplementärfarbe zu Rot) enthalte. OK, verstanden, steht schon auf meiner Einkaufsliste. Das Abdecken hatte meine getönte Creme bisher übrigens nicht vermocht.

Balsam für die Seele
Auch wenn es Mut erfordert, sich - zumeist mit geschlossenen Augen - den Händen der Experten anzuvertrauen, die Sache lohnt sich. So eine Kosmetikbehandlung ist Balsam für die Seele. Für jedes (Haut)Problem gibt es schließlich ein passendes Produkt – und am Ende schaut mir mein Gesicht frisch und strahlend aus dem Spiegel entgegen. Meine leicht nach unten gezogenen blau-grauen Augen machten die Fachfrauen zum Blickfang meines neuen Gesichts: Sie wurden mit silbrig-glänzendem und rauchig-dunklem Lidschatten betont, der - unterstützt von einem Hauch Brombeere - dafür sorgt, dass meine Augen nun viel größer und leuchtender wirken. Auch ein wenig Rouge wurde aufgetragen. Und selbst die Lippen bekamen einen Klecks Farbe ab, allerdings im hauteigenen Ton – darauf bestand ich: Mein Mundwerk setzt sich seit jeher von selbst in Szene, es muss nicht hervorgehoben werden. Da meine Augenbrauen in der optimalen Form gezupft waren – mein alltäglicher Einsatz lohnt sich also doch – war mein neues Styling nach einem leicht abgeklopften Pinsel voll losem, farblosen Puder nicht nur fixiert, sonder auch fertig.

Mein Fazit
Die Stunde Zeit und 60 Euro Input bewirken jede Menge Selbstbewusstsein und vor allem eins als Output: Das wunderbare Gefühl - Ich bin schön! Das habe ich gebraucht. Bis bald, Eure Mia.

PS: Mama war begeistert von meinem neuen Styling – ich habe ihr ein Foto (ja sicher doch!) gemailt. Außerdem habe ich ihr meine ganze nicht typgerechte Schminke versprochen.